DAS WICHTIGSTE AUF EINEN BLICK
- Aktuellen Leistungskatalog vor Kalkulation prüfen.
- Kosten und Honorarteilung vollständig berücksichtigen.
- Investitionen mit vorsichtigen Fallzahlen rechnen.
Was sich bei der Kalkulation verändert
Die KBV veröffentlicht für 2026 einen erweiterten Hybrid-DRG-Leistungskatalog. Die speziellen Fallpauschalen sollen ausgewählte Eingriffe unabhängig vom ambulanten oder stationären Setting vergüten. Die Zuordnung und Abrechnungsregeln müssen für den konkreten Fall geprüft werden.
Für Ihre wirtschaftliche Entscheidung reicht die Höhe einer Pauschale nicht aus. Fragen Sie, welche Leistungen und Kosten sie abdeckt, welche Beteiligten mitwirken und wie das Honorar verteilt wird. Eine Ausweitung des Katalogs ist nicht automatisch eine Gewinnsteigerung für jede Praxis.
Eine Fallkalkulation nachvollziehbar aufbauen
- Vergütung nach dem einschlägigen aktuellen Katalog
- Vereinbarte Aufteilung unter beteiligten Leistungserbringern
- Material, Räume, Personal und organisatorischer Aufwand
- Abrechnung, Dokumentation und mögliche Rückfragen
- Anteilige Investitions- und laufende Betriebskosten
Trennen Sie fachlich erforderliche Leistungen, variable Kosten je Fall und fixe Kosten Ihrer Einrichtung. Lassen Sie Abrechnungsdetails mit KV oder spezialisierten Fachleuten klären. Nicht jede Leistung kann zusätzlich zur Pauschale angesetzt werden.
Zusammenarbeit vor der Investition klären
Wenn mehrere Beteiligte eine Leistung erbringen, sollten Zuständigkeiten und Vergütungsverteilung nachvollziehbar vereinbart sein. Wer übernimmt Dokumentation und Abrechnung? Wer trägt Material- und Raumkosten? Welche Folgen hat eine geringere als erwartete Auslastung?
Unklare Verantwortlichkeiten können eine ansonsten plausibel wirkende Kalkulation verändern. Rechtliche Vereinbarungen gehören in die fachliche Prüfung. Die wirtschaftliche Beratung unterstützt bei der Strukturierung und bei realistischen Annahmen.
Kapazität und Liquidität unter mehreren Szenarien planen
Rechnen Sie nicht ausschließlich mit voller Auslastung. Vergleichen Sie ein vorsichtiges, ein erwartetes und ein günstigeres Szenario. Berücksichtigen Sie Anlaufzeit, notwendige Qualifikation, Geräteauslastung und Zahlungsabläufe. Prüfen Sie, ob Finanzierung und Reserve auch im vorsichtigen Szenario tragfähig erscheinen.
Hilfreiche Unterlagen sind Investitionsangebote, Kostenübersicht, geplante Fallzahlen und Vereinbarungen mit Partnern. Ergänzend unterstützt unser Beitrag zu Kennzahlen und Praxiswirtschaftlichkeit. Medizinische Indikation und Behandlungsqualität bleiben unabhängig von der wirtschaftlichen Kalkulation.
Ihr nächster Schritt
Schneider Ärzteberatung unterstützt Sie dabei, die wirtschaftlichen Fragen Ihres Vorhabens zu ordnen. Für rechtliche, steuerliche oder technische Detailfragen beziehen Sie die jeweils zuständigen Fachleute ein. Persönliche Beratung anfragen.
Quellen und fachlicher Stand
Stand: 10. Oktober 2026. Der Beitrag bietet allgemeine Orientierung; maßgeblich sind die aktuellen Regeln und Ihre individuelle Situation.



