GRÜNDUNG & FINANZIERUNG

Kosten einer Praxisübernahme: Den Kapitalbedarf richtig planen

Kaufpreis, Modernisierung, Nebenkosten und Liquiditätsreserve: Welche Kosten Sie bei einer Praxisübernahme einplanen sollten.

Patrick SchneiderVeröffentlicht am 13.01.20262 Min. Lesezeit

DAS WICHTIGSTE AUF EINEN BLICK

  • Der Kaufpreis ist nur ein Teil der Gesamtkosten.
  • Modernisierung und Nebenkosten getrennt erfassen.
  • Eine Liquiditätsreserve für den Start einplanen.

Bei einer Praxisübernahme ist der Kaufpreis nur ein Teil des Kapitalbedarfs. Entscheidend ist, welche zusätzlichen Investitionen und laufenden Ausgaben bis zu einem stabilen Praxisbetrieb anfallen.

Welche Kosten zur Praxisübernahme gehören

  • Kaufpreis: Ausstattung und gegebenenfalls der ideelle Wert der Praxis.
  • Modernisierung: Umbau, Medizintechnik, Möbel und IT, soweit erforderlich.
  • Nebenkosten: zum Beispiel Bewertung, Vertragsprüfung, Beratung und Umzug.
  • Anlaufliquidität: Personal, Miete, laufende Ausgaben und private Lebenshaltung in der Übergangsphase.

Ein allgemeiner Durchschnitt ersetzt die Prüfung der konkreten Praxis nicht. Fachrichtung, Standort, Zustand der Ausstattung und wirtschaftliche Entwicklung können den Bedarf erheblich verändern.

Kaufpreis und Investitionsbedarf getrennt prüfen

Eine scheinbar günstig angebotene Praxis kann zusätzliche Investitionen erfordern. Prüfen Sie deshalb vor der Entscheidung, welche Geräte weitergenutzt werden können, welche Verträge übernommen werden und welche Kosten für Räume und Digitalisierung entstehen.

Für die Bewertung sind nachvollziehbare Unterlagen wichtig: Ergebnisse der vergangenen Jahre, Kostenstruktur, Ausstattung und mögliche Veränderungen nach der Übernahme. Ein Kaufpreis sollte sich wirtschaftlich begründen lassen.

Liquidität für die ersten Monate einplanen

Ausgaben und Einnahmen fallen nicht immer zum selben Zeitpunkt an. Eine Liquiditätsplanung zeigt, wann Mittel benötigt werden und welche Reserve sinnvoll ist. Berücksichtigen Sie dabei auch Kreditraten und Ihre private Lebenshaltung.

Mit einem vollständigen Kapitalbedarfsplan ins Bankgespräch

Erfassen Sie Kaufpreis, Zusatzinvestitionen, Nebenkosten und Reserve in getrennten Positionen. Stellen Sie diesen Bedarf den verfügbaren Eigenmitteln und der geplanten Finanzierung gegenüber. So erkennen Sie, ob Ihr Vorhaben vollständig finanziert ist.

Besprechen Sie offene Punkte vor der verbindlichen Entscheidung. Eine passende Finanzierung muss nicht nur den Kauf ermöglichen, sondern auch zum laufenden Betrieb und zu Ihrer persönlichen Situation passen.

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